Kimono-Workshop mit Tea Tasting in Düsseldorf – Kimono, Matcha & Neujahrstee

Deutsch

Kimono und japanische Teekultur gehören für mich zu den Themen, über die ich immer wieder gerne mehr lerne. Im Januar 2020 konnte ich beides bei einem kleinen Kimono-Workshop mit Tea Tasting in Düsseldorf miteinander verbinden.

Den Workshop leitete Veronika von Wagokoro e.V., bei der ich bereits zuvor einen Kimono-Workshop besucht hatte. Dieses Mal fand der Nachmittag bei ANMO Art/Cha statt.

Besonders schön fand ich die kleine Gruppe. Dadurch blieb viel Zeit für Fragen, Erklärungen und natürlich für das gemeinsame Anziehen der Kimono.

Kimono nicht einfach nur anziehen

Bei solchen Workshops gefällt mir besonders, dass es nicht darum geht, möglichst schnell einen Kimono anzuziehen.

Veronika nahm sich für jeden Teilnehmer viel Zeit und erklärte die einzelnen Schritte genau. Gleichzeitig konnten wir jederzeit Fragen stellen.

Da wir alle unterschiedliche Kimono trugen – teilweise eigene und teilweise ausgeliehene – konnte sie uns außerdem viel über verschiedene Kimono-Arten, Muster und Kombinationsmöglichkeiten erzählen.

Für mich war das besonders interessant, weil sich mein Wissen über Kimono zu diesem Zeitpunkt zwar schon langsam erweitert hatte, ich aber immer wieder merkte, wie viele Details hinter dem richtigen Tragen stecken.

Veronika hatte außerdem einen älteren Kimono als Anschauungsstück mitgebracht und erklärte uns, wie solche Kimono früher in der kalten Jahreszeit getragen wurden.

Gerade solche zusätzlichen Informationen sind einer der Gründe, warum ich kleine Workshops besonders mag. Man lernt nicht nur eine praktische Technik, sondern gleichzeitig etwas über die Geschichte und Bedeutung der Kleidung.

Tea Tasting bei ANMO

Nachdem alle Kimono angezogen waren, ging es mit dem zweiten Teil des Nachmittags weiter: dem Tea Tasting.

Motoko von ANMO ließ uns verschiedene japanische Tees probieren, die passend zur Neujahrszeit ausgewählt worden waren.

ANMO gibt es auch heute noch in Düsseldorf. Der Laden verbindet Tee und Teekultur mit Kunst und bietet weiterhin Tea Tastings nach Reservierung an.

Besonderer Matcha zum neuen Jahr

Einer der Tees war ein spezieller Neujahrs-Matcha.

Ich erinnere mich besonders an seinen intensiven Duft und den ausgeprägten Umami-Geschmack.

Matcha kann je nach Sorte sehr unterschiedlich schmecken. Gerade bei solchen Verkostungen finde ich es spannend, verschiedene Qualitäten bewusst nebeneinander zu probieren und nicht einfach nur Matcha als eine einzige Geschmacksrichtung wahrzunehmen.

Ōbukucha – Tee für das neue Jahr

Außerdem probierten wir Ōbukucha beziehungsweise Obukucha (大福茶).

Dabei handelt es sich um einen traditionellen Tee, der rund um das japanische Neujahr getrunken wird und mit Wünschen für Glück und Gesundheit im neuen Jahr verbunden ist. Je nach Teeladen kann die genaue Zusammensetzung unterschiedlich sein. Ippodo bietet beispielsweise auch heute noch saisonal eine Variante als besonderen Genmaicha an.

Bei unserem Workshop probierten wir ebenfalls eine Genmaicha-Variante.

Ich mag solche saisonalen Traditionen besonders gern, weil Tee dadurch nicht einfach nur ein Getränk ist. Er wird Teil eines bestimmten Moments im Jahr und bekommt dadurch eine zusätzliche kulturelle Bedeutung.

Zenzai zum Tee

Zu den verschiedenen Tees bereitete Motoko Zenzai zu.

Zenzai ist eine süße japanische Speise aus roten Azukibohnen, die häufig mit Mochi oder ähnlichen Reiskuchen serviert wird.

Für mich war es damals das erste Mal, dass ich Zenzai probierte.

Der süße Geschmack passte sehr schön zu den verschiedenen Tees und war für mich eine weitere neue Entdeckung an diesem Nachmittag.

Meine selbstgemachten Matcha-Nerikiri

Zum Tea Tasting brachte ich außerdem Matcha-Nerikiri mit Anko-Füllung mit.

Dieses Mal hatte ich die Wagashi komplett selbst hergestellt. Deshalb war ich natürlich besonders gespannt, wie sie den anderen Teilnehmern schmecken würden.

Nerikiri gehören für mich zu den schönsten japanischen Süßigkeiten, weil nicht nur der Geschmack wichtig ist. Auch Form, Farbe und Jahreszeit spielen bei Wagashi eine große Rolle.

Mein Nerikiri war mit Anko gefüllt und außen mit Matcha aromatisiert.


Ich habe mich damals sehr gefreut, dass meine selbstgemachten Nerikiri bei den anderen gut ankamen.

Wagokoro und Kimono heute

Der konkrete Workshop aus diesem Beitrag fand 2020 statt. Das damalige Angebot sollte deshalb nicht als aktueller buchbarer Workshop verstanden werden.

Kimono ist bei Wagokoro aber weiterhin ein großes Thema. 2026 finden unter anderem Kimono-Kai, gemeinsame Kimono-Ausflüge und Veranstaltungen rund um antike Kimono statt.

Auch bei früheren aktuellen Kimono-Treffen von Wagokoro ging es weiterhin darum, gemeinsam Kimono anzuziehen, mehr über Styling und Obi-Techniken zu lernen und sich über Kimono auszutauschen.

ANMO befindet sich ebenfalls weiterhin in Düsseldorf und bietet neben seinem Teesortiment Tea Tastings nach vorheriger Reservierung an.

Mein Fazit

Dieser Nachmittag ist mir besonders schön in Erinnerung geblieben, weil er gleich mehrere Dinge miteinander verbunden hat, die mich interessieren.

Ich konnte mehr über Kimono und ihre unterschiedlichen Arten lernen, verschiedene japanische Neujahrstees probieren und gleichzeitig meine selbstgemachten Nerikiri mit den anderen teilen.

Gerade die kleine Gruppe machte den Workshop für mich besonders angenehm. Es blieb genug Zeit für Fragen und Gespräche und der Nachmittag fühlte sich nicht wie ein streng durchgetakteter Kurs an.

Für mich sind solche Workshops eine der schönsten Möglichkeiten, japanische Kultur auch außerhalb Japans kennenzulernen: nicht nur darüber lesen, sondern selbst anziehen, probieren, fragen und ausprobieren.

Workshop: Januar 2020 · persönliche Erfahrung. Heutige Veranstaltungen und Angebote können sich vom damaligen Workshop unterscheiden.


English

Kimono Workshop & Tea Tasting in Düsseldorf – Kimono, Matcha and New Year’s Tea

In January 2020, I joined a small kimono workshop and tea tasting in Düsseldorf, combining two aspects of Japanese culture that I particularly enjoy learning about.

The kimono workshop was led by Veronika from Wagokoro e.V., whose workshops I had attended before.

This time, the event took place at ANMO Art/Cha.

I particularly enjoyed the small group because there was plenty of time for questions, explanations and learning how to put on our kimono properly.

Learning More About Kimono

What I enjoy about these workshops is that they are not simply about getting dressed in a kimono as quickly as possible.

Veronika took her time with every participant and carefully explained the individual steps.

As everyone was wearing different kimono, either their own or borrowed ones, we were also able to learn more about different types, styles and combinations.

She even brought an older kimono as an example and explained how garments like this had traditionally been worn during the colder season.

For me, details like these make a workshop particularly interesting because you learn about much more than simply how to put the clothing on.

Tea Tasting at ANMO

After everyone was dressed, we continued with a Japanese tea tasting.

Motoko from ANMO introduced us to several teas connected to the Japanese New Year.

ANMO is still operating in Düsseldorf today and continues to focus on tea culture, art and reserved tea tastings.

New Year’s Matcha

One of the teas we tasted was a special New Year’s Matcha.

I particularly remember its wonderful aroma and rich umami flavour.

Tea tastings like this helped me understand how different individual Matcha varieties can actually taste.

Ōbukucha – New Year’s Tea

We also tried Ōbukucha or Obukucha (大福茶).

It is traditionally associated with the Japanese New Year and is enjoyed with wishes for health and good fortune in the coming year.

The exact tea used can vary depending on the producer. Ippodo, for example, still offers a seasonal Obukucha prepared as a special Genmaicha.

The version we tasted during our workshop was also a Genmaicha.

I particularly like traditions like this because tea becomes more than simply a drink. It becomes part of a particular season and occasion.

Zenzai with Tea

Motoko also prepared Zenzai for us.

Zenzai is a sweet Japanese azuki bean dish that is often served with mochi or other rice cakes.

It was my first time trying it, and I really enjoyed how the sweetness complemented the different teas.

My Homemade Matcha Nerikiri

I also brought Matcha Nerikiri filled with Anko to the workshop.

This time, I had made the Wagashi completely by myself, so I was particularly happy when the other participants enjoyed them.

Nerikiri are among the Japanese sweets I find especially beautiful because their appearance, colours and seasonal designs are almost as important as their flavour.

My version was flavoured with Matcha on the outside and filled with sweet Anko.

Wagokoro and Kimono Today

The workshop described in this article took place in 2020 and should not be considered a current bookable event.

However, kimono continues to be an important part of Wagokoro’s activities. In 2026, the organisation still hosts Kimono-Kai meetings, kimono outings and events focusing on different aspects of kimono culture.

ANMO also continues to operate in Düsseldorf and offers tea tastings by reservation.

My Verdict

I remember this afternoon particularly fondly because it combined several things I enjoy.

I was able to learn more about kimono, taste special Japanese New Year’s teas and share my own handmade Nerikiri with the group.

The small number of participants made the workshop especially enjoyable because there was plenty of time for questions and conversation.

For me, experiences like this are one of the nicest ways to discover Japanese culture outside Japan: not simply reading about it, but wearing, tasting, asking questions and trying things yourself.

Workshop: January 2020 · personal experience. Current events and offers may differ from the workshop described here.

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