
Mein eigenes Goshuin-Buch in Shibuya, Tokio
Goshuin-Bücher gehören für mich zu den schönsten Erinnerungsstücken, die man von einer Japanreise mit nach Hause nehmen kann. Statt einfach ein fertiges Buch zu kaufen, hatte ich in Shibuya die Gelegenheit, gemeinsam mit Chikako mein eigenes zu gestalten.
Ein Goshuin-chō ist ein spezielles Buch, in dem Goshuin gesammelt werden. Diese besonderen Einträge erhält man an vielen japanischen Schreinen und Tempeln. Sie bestehen traditionell aus Stempeln sowie handgeschriebener Kalligrafie und erinnern später daran, welche Orte man besucht hat.
Gerade deshalb gefiel mir die Idee, auch das Buch selbst mit einer persönlichen Erinnerung zu verbinden.

Aus einzelnen Teilen entsteht ein Buch
Zu Beginn sah das Ganze noch erstaunlich schlicht aus: ein gefalteter Papierblock, zwei feste Deckel und der Stoff, mit dem das Buch später bezogen werden sollte.
Das Besondere an einem Goshuin-Buch ist die Leporello-Bindung. Die Seiten sind nicht wie bei einem klassischen Buch einzeln gebunden, sondern bilden einen langen Papierstreifen, der ziehharmonikaartig gefaltet wird.
Schritt für Schritt wurden die einzelnen Bestandteile zusammengesetzt und die Deckel vorbereitet.

Ein Stoff voller kleiner Japan-Motive
Einer meiner liebsten Teile des Workshops war die Gestaltung des Einbands. Für mein Buch verwendete ich einen hellblauen Stoff mit vielen kleinen japanischen Motiven.
Darauf findet man unter anderem Sakura-Blüten, Dango, kleine Shiba Inu und verschiedene japanische Süßigkeiten. Dadurch wirkt der Stoff verspielt, ohne dass das Muster zu dominant wird.
Ein selbst ausgewählter Einband macht ein Goshuin-Buch natürlich besonders persönlich. Schon bevor der erste Eintrag darin landet, erzählt es damit ein kleines Stück der eigenen Reise.

Schritt für Schritt zusammensetzen
Nachdem die beiden Deckel mit Stoff bezogen waren, wurden sie mit dem gefalteten Papierblock verbunden.
Ich mag solche Workshops besonders, weil man dabei merkt, wie viel Wirkung in kleinen, sorgfältigen Arbeitsschritten steckt. Sauber gefaltete Kanten, die richtige Position des Stoffes und ein möglichst gleichmäßiger Einband machen am Ende einen großen Unterschied.
Aus wenigen einfachen Materialien entstand so nach und nach tatsächlich ein eigenes Buch.

Mein fertiges Goshuin-Buch
Am Ende hielt ich mein selbst gestaltetes Goshuin-Buch in der Hand. Gerade weil ich jeden Arbeitsschritt selbst mitgemacht hatte, fühlte es sich noch einmal anders an als ein gekauftes Buch.
Das hellblaue Muster passt für mich perfekt zu Japan und gleichzeitig zu meinem persönlichen Stil. Besonders schön finde ich, dass sich das Buch später mit jedem neuen Goshuin weiterentwickelt. Der Einband ist die erste Erinnerung – und die Seiten erzählen anschließend die Reise weiter.

Der erste Goshuin-Eintrag
Der Workshop endete für mich aber nicht einfach mit dem fertigen Buch. Anschließend ging Chikako mit mir noch zu einem Schrein.
Dort konnte ich direkt erleben, wofür wir das Buch überhaupt hergestellt hatten. Chikako erklärte mir mehr über den Ablauf und gemeinsam sammelten wir den ersten Goshuin in meinem neuen Buch.
Genau dieser Übergang vom Handwerk zur tatsächlichen Tradition hat den Workshop für mich besonders gemacht. Ich hatte nicht nur ein neues Reiseandenken hergestellt, sondern konnte es unmittelbar danach auch benutzen.

Über Tokyo Goshuin / 5shuin
Meinen Workshop zum Gestalten eines eigenen Goshuin-Buchs hatte ich über Airbnb gebucht. Hinter dem Workshop steht Tokyo Goshuin, ein Projekt rund um individuell gestaltete Goshuin-Bücher, das traditionelle japanische Muster mit moderner Gestaltung verbindet. Besonders schön fand ich, dass ich mein Goshuin-Buch nicht einfach kaufen, sondern Stoff, Gestaltung und Details selbst auswählen und daraus mein ganz persönliches Exemplar gestalten konnte.
Weitere Arbeiten und Inspirationen rund um Goshuin-Bücher findet ihr auf Instagram unter @5shuin.
Warum ich solche Workshops in Japan liebe
Japanisches Handwerk nur anzusehen ist schön. Es selbst auszuprobieren, verändert für mich aber noch einmal den Blick darauf.
Man nimmt sich Zeit, arbeitet mit den eigenen Händen und erfährt nebenbei mehr über die Bedeutung hinter dem Gegenstand. Mein Goshuin-Buch ist deshalb für mich nicht einfach nur ein hübsches Buch für Stempel. Es erinnert mich gleichzeitig an den Workshop, an Chikako und an den ersten Schreinbesuch danach.
Genau solche persönlichen Erinnerungen sind für mich oft die schönsten Dinge, die ich aus Japan mit nach Hause nehme.
Creating my own Goshuin book in Shibuya, Tokyo
Goshuin books are some of my favourite keepsakes to bring home from Japan. Instead of simply buying a finished one, I had the chance to create my own during a workshop with Chikako in Shibuya, Tokyo.
A Goshuin-chō is a special book used to collect Goshuin at shrines and temples throughout Japan. These distinctive entries traditionally combine stamps with handwritten calligraphy and become a beautiful record of the places visited during a journey.
That made the idea of creating the book itself even more meaningful to me.

Building the book from individual pieces
At the beginning, the materials looked surprisingly simple: an accordion-folded paper block, two firm covers and the fabric that would eventually become the outside of the book.
A Goshuin book uses an accordion-style construction rather than the individual bound pages of a conventional book. The long sheet of paper is folded back and forth, allowing the book to open in a very distinctive way.
Step by step, we prepared the different elements and began assembling them.

A fabric full of little Japanese details
Choosing the cover was one of my favourite parts. I used a light-blue fabric covered with small Japanese-inspired motifs.
There are Sakura blossoms, Dango, tiny Shiba Inu and different Japanese sweets scattered across the design. I loved how playful it looked while still keeping the overall appearance light and delicate.
Choosing your own fabric makes the finished Goshuin book feel very personal. Even before the first Goshuin is added, the cover already becomes part of the story behind it.

Putting everything together
Once the two covers had been wrapped in fabric, they could be joined to the folded paper pages.
This is one of the things I enjoy most about craft workshops. Small and seemingly simple steps suddenly become important: carefully folded corners, the position of the fabric and neatly aligned edges all influence the final result.
Little by little, a few basic materials turned into an actual handmade book.

My finished Goshuin book
Seeing the finished book at the end was especially satisfying because I had been part of every step of the process.
The light-blue design feels very Japanese to me while also matching my own style. What I love most about a Goshuin book is that it continues to change after the workshop. The cover becomes the first memory, while every new Goshuin gradually fills the pages with new places and experiences.

Collecting the first Goshuin
The experience did not end when the book was finished. Afterwards, Chikako went with me to a shrine in Tokyo.
There I could immediately experience the tradition for which we had made the book. She explained the process to me, and we collected the first Goshuin in my newly finished Goshuin-chō.
That connection between making something by hand and then actually using it as part of a Japanese tradition made the experience particularly memorable for me.

About Tokyo Goshuin / 5shuin
I booked my workshop to create my own Goshuin book through Airbnb. The workshop is connected to Tokyo Goshuin, a project specialising in individually designed Goshuin books that combine traditional Japanese patterns with a more modern approach. What I especially liked was that I did not simply buy a finished book, but was able to choose the fabric and details myself and create a Goshuin book that felt completely personal.
You can find more of their work and Goshuin book inspiration on Instagram at @5shuin.
Why I love craft workshops in Japan
Seeing traditional Japanese crafts is beautiful, but learning how to make something yourself gives you a completely different connection to it.
You slow down, work with your hands and learn more about the meaning behind the object at the same time. My Goshuin book is therefore much more than a book for collecting stamps and calligraphy. It reminds me of the workshop, of Chikako and of visiting the shrine together afterwards.
These personal memories are often my favourite things to bring home from Japan.