
Mein erster Temari-Workshop in Tokio
Japanisches Kunsthandwerk fasziniert mich schon lange, und Temari gehörte zu den Techniken, die ich unbedingt einmal selbst ausprobieren wollte. Bei meinem Workshop in Tokio hatte ich schließlich die Gelegenheit dazu und konnte Schritt für Schritt meinen eigenen kleinen Temari gestalten.

Was ist eigentlich Temari?
Temari sind traditionelle japanische Garnbälle, die mit geometrischen Mustern bestickt werden. Was zunächst relativ schlicht aussieht, wird durch das genaue Platzieren und Sticken der einzelnen Fäden nach und nach zu einem kleinen Kunstwerk. Besonders faszinierend finde ich, wie viele unterschiedliche Muster allein durch Farben, Linien und geometrische Formen entstehen können.

Schritt für Schritt entsteht das Muster
Beim Workshop habe ich schnell gemerkt, wie viel Geduld und Genauigkeit hinter dieser Handarbeit stecken. Bei meinem Workshop war der Ball bereits mit Garn umwickelt. Anschließend wurde die Oberfläche eingeteilt und das eigentliche Muster Stück für Stück aufgestickt. Dabei muss man immer wieder darauf achten, dass die Abstände und Linien möglichst gleichmäßig werden.

Gerade beim Arbeiten merkt man erst, wie viel Präzision in den fertigen Temari steckt. Was bei den großen Ausstellungsstücken vollkommen selbstverständlich und perfekt aussieht, besteht in Wirklichkeit aus sehr vielen kleinen, sorgfältigen Arbeitsschritten.

Ein wunderbar persönlicher Workshop
Besonders schön war, dass wir bei diesem Workshop tatsächlich nur zwei Teilnehmer waren. Dadurch war die Atmosphäre sehr ruhig und persönlich. Unsere Lehrerin von Miwa Temari war unglaublich herzlich und geduldig und hat sich viel Zeit genommen, uns jeden einzelnen Schritt zu zeigen.

Neben dem eigentlichen Sticken konnte ich dadurch auch mehr über die unterschiedlichen Designs und die Technik erfahren. Genau solche Workshops mag ich besonders, weil man japanische Kultur nicht nur betrachtet, sondern selbst mit den Händen erlebt.
Natürlich musste meiner dunkelblau werden
Bei der Farbauswahl musste ich nicht lange überlegen. Mein Temari wurde dunkelblau mit Blau-, Lila- und hellen Akzenten. Während des Stickens war ich mir zwischendurch noch nicht sicher, wie alles am Ende zusammenwirken würde – aber mit jeder weiteren Linie wurde das Muster schöner.

Mit dem Ergebnis bin ich wirklich zufrieden. Natürlich sieht mein erster Temari noch nicht so aus wie die aufwendig gearbeiteten Stücke einer erfahrenen Künstlerin, aber genau das macht ihn für mich besonders: Ich weiß noch genau, wie jede einzelne Linie entstanden ist.

Warum ich Temari wieder machen möchte
Der Workshop hat mir so gut gefallen, dass es definitiv nicht mein letzter Temari bleiben soll. Ich mag diese Mischung aus traditionellem Handwerk, Ruhe und konzentriertem Arbeiten sehr. Gleichzeitig gibt es bei Temari so viele unterschiedliche Muster und Schwierigkeitsstufen, dass man immer wieder etwas Neues lernen kann.

Über Miwa Temari
Meinen Temari-Workshop hatte ich damals über Airbnb gebucht. Hinter dem Workshop steht Miwa Temari, gegründet von Alexandra Ichihara. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der traditionellen japanischen Temari-Kunst und ist als Temari Master Instructor (Shihan) von der Japan Temari Association zertifiziert. Mit Miwa Temari verbindet sie das traditionelle Handwerk mit moderner Gestaltung und überträgt die aufwendigen geometrischen Muster unter anderem auch auf kleine Schmuckstücke und Accessoires. Besonders schön finde ich, dass dadurch eine jahrhundertealte japanische Handwerkstechnik auf eine moderne und sehr persönliche Art weiterlebt.
Mehr über Miwa Temari, ihre Arbeiten und Workshops findet ihr auf der offiziellen Website und auf Instagram unter @miwatemari.
Mein Fazit
Für mich war dieser Temari-Workshop genau die Art von Erlebnis, die ich auf meinen Japanreisen besonders liebe. Statt nur etwas anzusehen, konnte ich eine traditionelle Technik selbst ausprobieren und am Ende sogar ein kleines selbstgemachtes Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen.
Wer japanisches Kunsthandwerk mag und gerne ruhig und kreativ arbeitet, sollte Temari definitiv einmal ausprobieren.

My first Temari workshop in Tokyo
Japanese craftsmanship has fascinated me for a long time, and Temari was one of the traditional techniques I really wanted to try myself. During my workshop in Tokyo, I finally had the opportunity to create my own small Temari step by step.

What exactly is Temari?
Temari are traditional Japanese thread balls decorated with carefully stitched geometric patterns. What may look quite simple at first gradually becomes a small piece of art. I especially love how completely different designs can be created simply through colours, lines and geometric shapes.

Creating the pattern step by step
During the workshop, I quickly realised how much patience and precision this craft requires. The ball is wrapped with thread first, and then its surface is carefully divided before the actual decorative pattern is stitched. Again and again, you have to check that the distances and lines remain as even as possible.

Only when you try it yourself do you realise how much precision goes into a finished Temari. The beautifully detailed examples created by experienced artists are made up of countless small and careful steps.

A wonderfully personal workshop
One of the nicest things about this workshop was that there were only two participants. This made the atmosphere wonderfully calm and personal. Our teacher from Miwa Temari was incredibly kind and patient and took plenty of time to guide us through every single step.

Besides learning how to stitch our own pattern, we were also able to learn more about the different designs and the technique itself. These are exactly the kinds of workshops I love because you do not simply look at Japanese culture – you experience it with your own hands.
Of course mine had to be dark blue
I did not have to think long about my colour choice. My Temari became dark blue with blue, purple and light-coloured accents. While I was stitching it, I was not always sure how the finished pattern would look, but with every additional line it slowly came together.

I am really happy with the result. Of course, my very first Temari cannot compare with the incredibly detailed work of an experienced artist, but that is exactly what makes it special to me. I still remember creating every single part of the pattern myself.

Why I want to make Temari again
I enjoyed this workshop so much that it definitely will not be my last Temari. I really like the combination of traditional craftsmanship, calmness and concentrated work. There are also so many different patterns and levels of difficulty that there will always be something new to learn.

About Miwa Temari
I originally booked my Temari workshop through Airbnb. Behind the workshop is Miwa Temari, founded by Alexandra Ichihara. She has dedicated many years to the traditional Japanese art of Temari and is a certified Temari Master Instructor (Shihan) of the Japan Temari Association. Through Miwa Temari, she combines traditional craftsmanship with a modern approach, transforming intricate geometric Temari patterns into smaller pieces such as jewellery and accessories. I especially like how this allows a centuries-old Japanese craft to continue in a modern and very personal way.
You can learn more about Miwa Temari, her work and workshops on the official website and on Instagram at @miwatemari.
My conclusion
For me, this Temari workshop was exactly the kind of experience I love most during my trips to Japan. Instead of simply looking at a traditional craft, I was able to try the technique myself and take home a small handmade memory at the end.
If you enjoy Japanese craftsmanship and like quiet, creative activities, Temari is definitely worth trying.
